Gesetzlich: 0,5 ‰ Betrieblich oft 0,0 ‰

Promillegrenze LKW: Was Berufskraftfahrer wissen müssen

Gesetzlich gilt für den LKW dieselbe 0,5-Promille-Grenze wie für alle Autofahrer — doch im Berufsalltag greifen weitaus härtere Regeln. Warum ein Verstoß die berufliche Existenz vernichten kann.

Restalkohol vor der Schicht ausschließen

Prüfen Sie vor dem Anlassen des Motors Ihren genauen Promillewert im Rechner.

Jetzt Promille berechnen

Die gesetzliche Grenze: 0,5 wie für alle

Entgegen einem weit verbreiteten Mythos gibt es im deutschen Straßenverkehrsgesetz keine gesonderte niedrigere Promillegrenze nur für LKW. Gesetzlich gelten exakt die allgemeinen Werte: 0,5 ‰ (OWi), 1,1 ‰ (Straftat) und 1,6 ‰ (MPU).

Alle allgemeinen rechtlichen Rahmenbedingungen können Sie im Überblicksartikel zu den Promillegrenzen in Deutschland nachlesen. Zudem bietet unser Bußgeldkatalog Alkohol eine tabellarische Gesamtübersicht aller bundeseinheitlichen Regelsätze.

Warum Berufskraftfahrer trotzdem 0,0 fahren sollten

Auch wenn das Verkehrsrecht 0,49 Promille formal gestattet: Im Arbeitsverhältnis drohen sofortige Kündigung und Berufsverbot. Die Fahrerlaubnis ist Ihr unverzichtbares Arbeitswerkzeug.

Für Berufskraftfahrer gelten durch betriebliche Vorgaben und die Schutzinteressen der Arbeitgeber ganz andere Maßstäbe als für Privatfahrer. Wer ein schweres Gespann steuert, trägt eine herausragende Verantwortung für die Verkehrssicherheit aller Beteiligten:

Arbeitsvertrag & 0,0

Sehr viele Transportunternehmen schreiben per Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung ein absolutes Alkoholverbot (0,0 ‰) während der Arbeitszeit vor. Ein Verstoß kann arbeitsrechtlich bis zur fristlosen Kündigung führen.

Fahrverbot = Jobverlust

Wird bei einer Kontrolle ein behördliches Fahrverbot von nur 1 Monat verhängt, kann ein LKW-Fahrer seiner vertraglichen Hauptleistungspflicht nicht mehr nachkommen. Kaum ein Betrieb kann Fahrer wochenlang im Innendienst beschäftigen.

Versicherung & Haftung

Verunglückt ein 40-Tonner unter Alkoholeinfluss, entstehen Millionenschäden. Versicherungen prüfen grobe Fahrlässigkeit, nehmen Regress und es droht ein massiver Reputationsschaden für Firma und Fahrer.

Hinzu kommt: Selbst wenn die Schuldfrage bei einem Unfall zunächst unklar erscheint, führt der Nachweis von Alkohol beim LKW-Fahrer fast unausweichlich zu einer erheblichen Teilschuld oder dem Verlust des Kaskoschutzes.

Was passiert bei einem Verstoß?

LKW-Fahrer treffen bei einer Trunkenheitsfahrt zwei getrennte Sanktionswellen: Das staatliche Bußgeld- bzw. Strafrecht PLUS unmittelbare arbeitsrechtliche Konsequenzen.
Verkehrsrechtliche Sanktionen
  • 0,5 bis 1,09 ‰: 500 € Bußgeld, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot (Erstverstoß).
  • Ab 1,1 ‰: Straftat (§ 316 StGB), Geldstrafe, Führerscheinentzug.
  • Ab 1,6 ‰: Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU).
Arbeitsrechtliche Folgen
  • Schriftliche Abmahnung in der Personalakte.
  • Ordentliche oder fristlose Kündigung je nach Schwere und Vertrag.
  • Verlust der Berufskraftfahrer-Qualifikation und Arbeitslosigkeit.

Besonders bitter: Schon ein 1-monatiges Fahrverbot kann die Kündigung auslösen, weil Fahren die fundamentale Geschäftsgrundlage des Beschäftigungsverhältnisses darstellt. Alle Tarifsätze finden Sie im Bußgeldkatalog Alkohol.

Sonderfälle: Gefahrgut & Personenbeförderung

Beim Transport von gefährlichen Gütern sowie in der gewerblichen Personenbeförderung (z. B. Reisebusse) gelten über betriebliche Regelungen und Unfallverhütungsvorschriften oft noch schärfere Richtlinien.

In besonders sicherheitskritischen Bereichen wie dem Tank- und Gefahrguttransport setzen Arbeitgeber und Verlader auf absolute Nulltoleranz. Vor dem Betreten des Werksgeländes oder vor Antritt der Schicht werden stichprobenartige Atemalkoholtests durch den Werkschutz durchgeführt. Wird Alkohol nachgewiesen, erfolgt die sofortige Verweigerung der Beladung und Meldung an den Arbeitgeber.

Empfehlung für Berufskraftfahrer: 0,0 ‰ im Cockpit

Gehen Sie kein existenzielles Berufsrisiko ein. Nach Ruhezeiten auf Autobahnraststätten sollte das letzte Bier viele Stunden zurückliegen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist die Promillegrenze für LKW-Fahrer?
Gesetzlich gelten für LKW-Fahrer dieselben Grenzwerte wie für alle anderen Autofahrer: 0,5 Promille nach § 24a StVG. Es existiert im deutschen Straßenverkehrsgesetz keine gesonderte niedrigere Promillegrenze nur für LKW.
Dürfen Berufskraftfahrer 0,5 Promille haben?
Gesetzlich begeht man unter 0,5 Promille ohne Fahrfehler zwar keine Ordnungswidrigkeit, aber arbeitsrechtlich verlangen die allermeisten Speditionen und Arbeitgeber per Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung eine strikte 0,0-Promille-Pflicht im Dienst.
Was passiert bei Alkohol am Steuer als LKW-Fahrer?
Neben den behördlichen Sanktionen (mindestens 500 Euro Bußgeld, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot) drohen gravierende arbeitsrechtliche Konsequenzen – von der sofortigen Abmahnung bis hin zur fristlosen Kündigung.
Kann man als LKW-Fahrer wegen Alkohol gekündigt werden?
Ja. Wenn ein Fahrverbot verhängt wird oder ein vertragliches Alkoholverbot verletzt wurde, kann der Arbeitgeber den Fahrer oft nicht mehr vertragsgemäß einsetzen. Das kann je nach Schwere und Sachlage zur Kündigung führen.
Gilt 0,0 für Gefahrguttransporte?
In sensiblen Bereichen wie dem Gefahrguttransport oder der Personenbeförderung schreiben betriebliche Regelungen und Sicherheitsvorschriften der Unternehmen nahezu ausnahmslos eine strikte 0,0-Promille-Grenze vor, die teils auch kontrolliert wird.
Wo kann ich meinen Wert berechnen?
Nutzen Sie unseren Haupt-Promillerechner auf der Startseite, um Ihren Alkoholpegel nach Ruhezeiten vor der nächsten Fahrt exakt zu ermitteln.
Redaktioneller Hinweis & Rechtsstand (September 2026): Die dargelegten verkehrsrechtlichen Vorgaben spiegeln die aktuellen Bestimmungen des Straßenverkehrsgesetzes wider. Arbeitsrechtliche Konsequenzen hängen maßgeblich vom jeweiligen Arbeitsvertrag und den individuellen Umständen ab. Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar.