So funktioniert der Trinkmengen-Rechner
Der Trinkmengen-Rechner kehrt die klassische Widmark-Formel um: Statt aus konsumierten Getränken den Promillewert zu schätzen, berechnet er ausgehend von einem maximalen Zielwert (0,3 ‰ oder 0,5 ‰) die theoretisch tolerierbare Grammmasse an reinem Ethanol.
Die Anwendung gliedert sich in drei Schritte: 1. Wählen Sie Ihre Obergrenze (0,3 ‰ als vorsichtige Reserve oder 0,5 ‰ als absolute Ordnungswidrigkeitengrenze). 2. Geben Sie Geschlecht, Körpergewicht und geplante Trinkdauer ein. 3. Lesen Sie die maximale Grammzahl sowie die entsprechenden Getränke-Äquivalente in Bier- oder Weingläsern ab. Der Rechner berücksichtigt bereits den kontinuierlichen Leberabbau während der Trinkphase.
Die umgekehrte Widmark-Formel
Die mathematische Ermittlung der Höchstmenge basiert auf der invertierten Widmark-Gleichung unter Einbeziehung des stündlichen Abbaus und des physiologischen Resorptionsdefizits von 15 Prozent.
Die einzelnen Terme bedeuten: Ziel-‰ ist die gewählte Höchstgrenze im Blut. Der Summand + (Stunden × 0,15) kompensiert den bereits während des geselligen Beisammenseins stattfindenden Abbau. Der Reduktionsfaktor beträgt 0,7 für Männer bzw. 0,6 für Frauen (Anteil des Körperwassers). Der Teiler 0,85 gleicht das unvermeidliche Resorptionsdefizit von 15 % aus.
Beispielrechnung: Ein Mann (80 kg) trinkt über einen Zeitraum von 2 Stunden mit Ziel 0,5 ‰. Das effektive Ziel liegt bei 0,5 + (2 × 0,15) = 0,8 ‰. Daraus errechnet sich: 0,8 × 80 × 0,7 ÷ 0,85 ≈ 52,7 Gramm Alkohol, was etwa 2 bis 3 großen Bier entspricht.
Beispiel-Tabelle: Was geht bei welchem Profil?
Die folgende Tabelle zeigt berechnete Obergrenzen für verschiedene Körperprofile bei 1 Stunde Trinkdauer und einem Zielwert von 0,5 ‰ (stets vorsichtig abgerundet).
| Profil | Körpergewicht | Max. Reiner Alkohol | Richtwert Bier (0,5 l) |
|---|---|---|---|
| Mann | 90 kg | 48,2 g | ≈ 2 große Bier |
| Mann | 75 kg | 40,1 g | ≈ 2 große Bier |
| Mann | 60 kg | 32,1 g | ≈ 1–2 große Bier |
| Frau | 70 kg | 32,1 g | ≈ 1–2 große Bier |
| Frau | 60 kg | 27,5 g | ≈ 1 großes Bier |
| Frau | 55 kg | 25,2 g | ≈ 1 großes Bier |
Rechnerische Obergrenzen — keine Empfehlung. Ein Glas weniger ist immer die sicherere Wahl.
Warum „unter 0,5“ nicht „sicher“ bedeutet
Viele Autofahrer wiegen sich in trügerischer Sicherheit, solange der Pegel rechnerisch unter 0,5 Promille bleibt. Doch das Straßenverkehrsgesetz und das Strafgesetzbuch greifen viel früher.
Bereits ab 0,3 Promille setzt die relative Fahruntüchtigkeit ein (§ 316 StGB). Kommt es bei diesem Wert zu leichten Schlangenlinien, verspätetem Bremsen oder gar einem Verkehrsunfall, drohen Führerscheinentzug, hohe Geldstrafen und der Verlust des Versicherungsschutzes. Zudem beeinflussen Müdigkeit, Schlafmangel, Vorerkrankungen und ein leerer Magen die Resorptionsgeschwindigkeit massiv nach oben. Die einzig risikolose Entscheidung lautet: 0,0 Promille.
Für wen gilt strikt 0,0 Promille?
In Deutschland gilt für bestimmte Personengruppen ein ausnahmsloses Alkoholverbot am Steuer gemäß § 24c StVG.
Fahranfänger während der zweijährigen Probezeit sowie alle jungen Fahrer vor Vollendung des 21. Lebensjahres müssen sich strikt an die 0,0-Promille-Grenze halten. Bereits kleinste Verstöße führen zu 250 Euro Geldbuße, einem Punkt in Flensburg, der verpflichtenden Teilnahme an einem teuren Aufbauseminar und der Verlängerung der Probezeit um zwei zusätzliche Jahre. Auch für Berufskraftfahrer (z. B. im gewerblichen Personen- und Gefahrguttransport) gilt während des Dienstes ein absolutes Alkoholverbot.
Häufige Fragen zur maximalen Trinkmenge (FAQ)
Wie viel Bier darf ich trinken und noch fahren?
Das hängt strikt vom Körpergewicht und Geschlecht ab: Ein 80 kg schwerer Mann erreicht nach zwei großen Bier (1 Liter, ca. 40 g Alkohol) rechnerisch rund 0,5 Promille. Bei einer 60 kg schweren Frau genügt bereits ein einziges großes Bier für ca. 0,5 Promille. Es gibt jedoch keine Trinkgarantie.
Darf ich mit 0,5 Promille noch Auto fahren?
Nein. Ab 0,50 Promille begehen Sie gemäß § 24a StVG eine Ordnungswidrigkeit, die bereits beim ersten Mal mit 500 Euro Bußgeld, 2 Punkten und 1 Monat Fahrverbot geahndet wird. Bereits ab 0,3 Promille drohen bei Fahrunsicherheiten oder Unfällen empfindliche Strafverfahren.
Zählt die Trinkdauer mit?
Ja. Die Leber baut bereits während des Trinkens rund 0,15 Promille pro Stunde ab. Wer über vier Stunden langsam trinkt, hat am Ende einen niedrigeren Spitzenwert als jemand, der dieselbe Menge in 30 Minuten konsumiert.
Warum dürfen Frauen weniger trinken?
Frauen besitzen einen geringeren Körperwasseranteil (ca. 60 % gegenüber 70 % bei Männern) und im Schnitt ein geringeres Körpergewicht. Da sich Alkohol im Körperwasser verteilt, führt dieselbe Alkoholmenge bei Frauen zu einer deutlich höheren Blutkonzentration.
Gilt der Rechner auch für Fahranfänger?
Nein. Für Fahranfänger in der Probezeit sowie für junge Fahrer unter 21 Jahren gilt nach § 24c StVG ein absolutes Alkoholverbot von 0,0 Promille. Für sie ist jede Alkoholaufnahme vor der Fahrt rechtswidrig.
Ist das Ergebnis eine Garantie?
Nein, das Ergebnis ist eine rein rechnerische Obergrenze nach der Widmark-Formel. Individuelle Faktoren wie leerer Magen, Müdigkeit oder Medikamente können den tatsächlichen Promillewert massiv steigern. Wer fährt, trinkt nicht.